Wohnimmobilien: Preise zu hoch

Im Jahr 2020 sind die Preise für Wohnimmobilien mit durchschnittlich 6,7 Prozent abermals stark gestiegen. Vielfach werden weiter steigende Preise erwartet, teilt die Deutsche Bundesbank bei der aktuellen Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2021 mit.

Die Wohnungsbaukredite nahmen laut des Berichts mit einer ähnlichen Rate zu: Im dritten Quartal 2021 sind sie im Vergleich zum vergangenen Jahr um 7,2 Prozent gestiegen.

Risiken am Markt für Wohnimmobilien nehmen zu

Derzeit werden Überbewertungen von Wohnimmobilien – gemessen an Fundamentaldaten – auf 10 bis 30 Prozent geschätzt, schreibt die Notenbank. Dies treffe zunehmend auch auf Immobilien außerhalb der Ballungsräume zu.

Entsprechend könnte die Werthaltigkeit von Kreditsicherheiten überschätzt werden, so die Banker. Ein hoher Anteil von lang laufenden Krediten und Kapitalanlagen macht das deutsche Finanzsystem verwundbar gegenüber Zinsänderungsrisiken. Beispielsweise hat rund die Hälfte der Bankkredite für Wohnimmobilien eine Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren. 

Deshalb so die Notenbank, müsse die Entwicklungen am Markt für Wohnimmobilien genau beobachtet und Risiken begrenzt werden. Sowohl Kreditnehmer als auch Kreditgeber sollten die Schuldentragfähigkeit im Blick behalten.