Webseiten für Google News optimieren

Die Präsenz in Google News ist immer ein Gewinn. Wenn eine Webseite optimiert und in Google News gelistet ist, profitiert sie auf mehrfache Weise.

Erstens erscheint die Webseite nicht nur in den organischen Webergebnissen, sondern auch im Nachrichtenbereich. Zweitens besteht die Chance, dass Beiträge prominent in den Schlagzeilen auf der ersten Ergebnisseite der Websuche angezeigt werden – und das sogar oft mit Bild. Und drittens steigt das Ansehen von Webseiten, die in Google News publizieren, denn Googles Anforderungen an solche Seiten sind hoch.

Allgemeine Kriterien für die Aufnahme in Google News

Bevor es überhaupt daran geht, eine Webseite auf technische Kriterien zu überprüfen, muss zunächst einmal sichergestellt werden, dass die thematische Ausrichtung der Inhalte passend ist. Google verlangt für die Aufnahme in die News-Suche journalistische Inhalte mit Nachrichtencharakter, die für eine breite Masse von Lesern interessant sind.

Wenige Chancen haben dagegen Ratgeber oder Anleitungen, reine Firmen-Präsentationen, Stellenausschreibungen oder singuläre Informationen wie Börsenkurse ohne entsprechende Hintergrundinformationen. Selbstverständlich müssen die Inhalte auch hohen Standards an die journalistische Arbeit genügen. Das bedeutet vor allem, dass verwendete Quellen anzugeben und zu referenzieren sind. Und: Man sollte nur über solche Themen schreiben, für die man über das nötige Wissen und die entsprechende Expertise verfügt.

Die Beiträge müssen darüber hinaus gut lesbar sein. Das betrifft insbesondere die Abwesenheit von orthographischen (Rechtschreibung) und grammatikalischen Fehlern, aber auch eine dem Lesefluss dienliche Formulierung und Gliederung der Texte. Angaben zu dem oder den jeweiligen Autoren vervollständigen die Artikel.

Technische Aufnahme-Kriterien

Damit eine Webseite in Google News aufgenommen werden kann, muss diese eine Reihe technischer Anforderungen erfüllen. Die meisten dieser Anforderungen kann man als generell gültig ansehen und sollten auch für Webseiten beachtet werden, die sich nicht um eine Aufnahme in Google News bewerben. Zunächst einmal muss sichergestellt sein, dass die Inhalte der Webseite vom Crawler gelesen und erfasst werden können.

Daher ist es unabdingbar, dass in der robots.txt-Datei keine wichtigen Verzeichnisse oder Inhalte wie JavaScript oder CSS-Dateien gesperrt sind. Die betreffenden Artikel müssen außerdem im HTML-Format ausgeliefert werden. Andere Formate wie PDF-Dateien sind nicht für die Aufnahme in Google News geeignet. Die URLs, unter denen die Artikel abrufbar sind, müssen dauerhaft Bestand haben und dürfen sich demnach nicht ändern.

Die internen Links auf die für die News-Suche relevanten Artikel müssen über aussagekräftige Ankertexte verfügen. Grafische Links von Bildern oder Links, die per JavaScript erzeugt werden, sind nicht geeignet. Ebenso wenig sind Links geeignet, die sich innerhalb von Frames befinden. Die Anforderung einer eigenständigen News-Sitemap gibt es nicht mehr, wenngleich Google empfiehlt, eine solche zu erstellen und per Google Webmaster Tools bzw. Google Search Console anzumelden.

Um eine für Google News geeignete Sitemap zu erstellen, können fertige Lösungen verwendet werden, die in Form von Plugins für die meisten gängigen Content Management Systeme wie WordPress oder Joomla zur Verfügung stehen. Nicht mehr erforderlich ist eine individuelle, mindestens dreistellige Ziffer in jeder Artikel-URL.

Die Qualitätskriterien

Google legt immer größeren Wert auf die Nutzerfreundlichkeit von Webseiten. Das gilt nicht nur für Seiten in Google News, sondern allgemein. Das bedeutet: Ganz gleich, ob eine Webseite für die Aufnahme in Googles Nachrichtensuche vorgesehen ist oder nicht – sie muss bestimmten Mindeststandards genügen.

Konkret heißt das: Die Ladezeit der Webseite darf nicht zu groß sein. Einen genauen Richtwert gibt es zwar nicht, doch gilt alles jenseits von fünf Sekunden als deutlich zu langsam. Bei Problemen mit der Ladezeit bieten sich verschiedene Optimierungsmaßnahmen an. Das schließt die Umstellung auf einen schnelleren Server, das Caching und die komprimierte Übertragung von statischen Inhalten wie Bildern, CSS- und JavaScript-Dateien sowie das Nutzen eines Content Delivery Networks (CDN) mit ein.

Es gibt zahlreiche Werkzeuge, mit deren Hilfe die Ladezeiten von Webseiten analysiert und die Ursachen von Verzögerungen erkannt werden können. Als Beispiele sind hier Google PageSpeed Insights und Web Page Test (webpagetest.org) zu nennen.

Von großer Bedeutung für die Nutzerfreundlichkeit ist in Googles Augen auch die Darstellung einer Webseite auf mobilen Geräten wie Smartphones. Hier sollte Wert auf ein Layout gelegt werden, das sich an verschiedene Auflösungen und Bildschirmgrößen anpasst und auch auf kleinen Displays noch gut lesbar ist.

Google bietet ein Werkzeug an, mit dem Webseiten auf Mobilfreundlichkeit getestet werden können. Was besonders im Hinblick auf Google News zu beachten ist: Es darf keine Vermischung von Nachrichten mit anderen, kommerziellen Inhalten stattfinden.

Ein Beispiel

Eine Agentur für Webdesign betreibt auf ihrer Webseite einen Blog, auf dem sie regelmäßig über aktuelle Trends aus der Webentwicklung informiert. Auf der Webseite befinden sich jedoch auch Informationen zum Angebot und den Dienstleistungen der Agentur.

Letztere dürfen nicht in Google News auftauchen. Es ist daher bei der Unterteilung der Webseite darauf zu achten, dass Google nur diejenigen Inhalte für die Nachrichtensuche crawlt und indexiert, die tatsächlich Nachrichtencharakter haben.

Am einfachsten regelt man das, indem man verschiedene Kategorien oder Menüpunkte auf der Webseite schafft und nur die URLs, die sich auf Nachrichten beziehen, in die News-Sitemap schreibt.

Das alles genügt aber oftmals immer noch nicht, damit eine Webseite in Google News aufgenommen wird, denn Google prüft vorab noch eine Reihe weiterer Faktoren:

Wie oft werden neue Beiträge auf der Webseite veröffentlicht?

Google legt Wert auf aktuelle Inhalte. Gerade in der Bewerbungsphase sollte darauf geachtet werden, mindestens einen bis zwei neue Beiträge pro Tag zu veröffentlichen.

Wie viele Redakteure sind an der Erstellung der Beiträge beteiligt? Ein-Mann-Projekte haben wenige Chancen auf eine Aufnahme in Google News. Idealerweise sollten drei oder mehr Personen für eine Webseite schreiben.

Nennung der Autoren auf einer Übersichtseite: Die an der Erstellung der Artikel beteiligten Personen sollten zusammen mit einem Foto und ihrer E-Mail-Adresse auf einer zentralen Seite aufgelistet werden.

Sobald alle Anforderungen erfüllt sind, kann die Aufnahme in Google News beantragt werden. Das ist im Google News Publisher Center möglich. In der Regel dauert die Prüfung eines Aufnahmeantrags mehrere Wochen. Wenn alles geklappt hat, erscheinen bald die ersten Beiträge in der News-Suche.

Sollte die Aufnahme nicht klappen, so ist das kein Beinbruch, denn Aufnahmeanträge können wiederholt gestellt werden. Allerdings müssen nach einer möglichen Ablehnung mindestens 60 Tage vergehen, bevor ein erneuter Antrag gestellt werden kann.

Nach erfolgreicher Aufnahme

Auch nach der gelungenen Anmeldung bei Google News heißt es, am Ball zu bleiben. Es sollten auch weiterhin regelmäßig neue Artikel veröffentlicht werden. Die Qualität der Artikel sollte konstant hoch bleiben. Folgende Fehler müssen vermieden werden:

  • Zu kurze Artikel: Es gilt, eine Mindestmenge von 80, besser von 100 Wörtern pro Artikel einzuhalten.
  • Zerstückelte Artikel: Zu kurze Abschnitte sind zu vermeiden.
  • Zu lange Artikel: Gelegentlich kritisiert Google auch, dass ein Artikel für Google News zu lang ist. Eine feste Obergrenze gibt es dafür jedoch nicht.

In den Google Webmaster Tools bzw. in der Google Search Console kann man im Menüpunkt “Crawling-Fehler” und dort über den Reiter “News” eine Liste der Beiträge abrufen, die hinsichtlich der Aufnahme in Google News zu Problemen geführt haben.

Fazit: Aufnahme in Google News – hohe Ansprüche, jedoch machbare Aufgabe

Die Anforderungen, die Google an Webseiten stellt, damit sie in Google News aufgenommen werden können, sind recht hoch. Man darf aber nicht vergessen, dass viele dieser Anforderungen auch für Webseiten gelten, die nicht für Google News relevant sind.

Das bezieht sich zum Beispiel auf die Ladezeiten oder die Darstellung auf Smartphones. Schwieriger ist es schon, die inhaltliche Qualität der Beiträge und regelmäßige Neuveröffentlichungen zu gewährleisten.

Dazu muss man viel Arbeit investieren. Das jedoch lohnt sich, denn Beiträge in Google News können viel Aufmerksamkeit erregen und zahlreiche neue Besucher auf die Webseite bringen.