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Käufer von Immobilien im Schnitt immer jünger

Immobilienkäufer und Bauherren in Deutschland sind im Durchschnitt 38 Jahre alt – und damit jünger als noch vor zwei Jahren.

(djd). Beim Kauf oder Bau der eigenen vier Wände starten Menschen in Deutschland immer früher durch. Bis 2019 betrug das Durchschnittsalter 39 Jahre, mittlerweile sind es einer aktuellen Studie zufolge 38. Wer einen eigenen Neubau plant, ist mit durchschnittlich 37 Jahren sogar noch etwas jünger. Ein Grund für diese Entwicklung dürfte im niedrigen Zinsniveau liegen.

Für eine gute Eigenkapitalbasis sorgen

Ende 30 scheint ein beliebtes Alter zu sein, um „sesshaft“ zu werden: „In der Regel sitzen die Interessenten dann beruflich fest im Sattel, und wenn die Kinder schon eingeschult sind, ist Beständigkeit oft wichtiger als Flexibilität“, stellt Stefan Vogelsang, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Nürnberg, fest.

Wer sich schon früh für die eigene Immobilie entscheiden und sich die Investition leisten kann, sollte laut Stefan Vogelsang nicht unnötig lange warten: „Je eher ich mein Geld für die Monatsrate nutze anstatt für Mietzahlungen, umso besser.“

Allerdings ist es gerade für junge Familien herausfordernd, das nötige Eigenkapital aufzubringen. Der Finanzierungsexperte rät, beispielsweise Verwandte nach Unterstützung zu fragen – etwa in Form von zinslosen Darlehen oder vorgezogenen Erbschaften.

Eine gute Möglichkeit ist es, die mindestens weitgehend bezahlte Immobilie der Eltern mit einzubeziehen. Man kann diese dann recht unkompliziert als Sicherheit nutzen.

Ältere haben tendenziell mehr Ersparnisse

Es spricht nichts dagegen, auch später eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen. Der große Vorteil ist, dass älteren Darlehensnehmern tendenziell mehr Ersparnisse zur Verfügung stehen, die sie als Eigenkapital in die Finanzierung einbringen können – dadurch vergünstigt sich der Zinssatz. Allerdings fordern viele Banken eine höhere Tilgung als bei jungen Kunden, damit der Kredit zügig zurückgeführt wird.

„Kreditinstitute achten darauf, dass die Käufer auch nach Ende der vereinbarten Zinsbindung in der Lage sind, die Monatsraten zu zahlen“, so Stefan Vogelsang. „Wenn sie dann eine Rente statt des bisherigen Gehalts bekommen, muss die hoch genug sein, um den Kredit bis zur vollständigen Tilgung zu bedienen.“

Tipps für sichere Finanzierungen

Unabhängig von der Lebensphase empfiehlt Stefan Vogelsang, sicherheitsorientiert vorzugehen: „Lange Zinsbindungen und eine möglichst hohe Tilgung sichern die Darlehensnehmer gegen ein Zinsänderungsrisiko ab.

Denn wenn die Anschlussfinanzierung ansteht, ist dann schon ein relativ großer Anteil getilgt und der Folgekredit ist niedriger und günstiger.“ Wie genau die passende Lösung im Einzelfall aussieht, stelle sich immer im persönlichen Gespräch heraus.