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Fairer Handel – was ist das überhaupt?

Seit mehreren Jahreszehnten gibt es bereits Fairer Handel – doch was ist das überhaupt? Ein Überblick über die Grundsätze, für die faire Unternehmen und Zeichen stehen.

(djd). Zu einem nachhaltigen Lebensstil gehören Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Unter anderem bei Kleidung und weiteren Textilien ist es wichtig, nach den Produktionsbedingungen zu fragen. Für nachhaltige Textilien stehen Siegel und Zeichen wie der Fairtrade-Textilstandard, das Label der Fair Wear Foundation oder der Grüne Knopf. Außerdem gibt es Fair Trade Unternehmen, die nur Fairen Handel betreiben. Doch nach welchen Prinzipien arbeiten sie? Ein Überblick über den Fairen Handel und seine Grundsätze.

Partnerschaftlicher Handel, Umweltschutz und Bildungsarbeit

Der Faire Handel ist Anfang der 1970er-Jahre in Europa als Protest und Antwort auf die Ungerechtigkeit des Welthandels entstanden. Aus Kritik an der Entwicklungspolitik organisierten kirchliche Jugendgruppen „Hungermärsche“, um auf Missstände im Welthandel aufmerksam zu machen. In den Folgejahren boten immer mehr Aktionsgruppen und Weltläden fair gehandelte Waren an. Heute gibt es in Deutschland über 900 Weltläden.

Der Faire Handel setzt sich für langfristige, transparente und partnerschaftliche Handelsbeziehungen ein und schafft für Menschen am Anfang der Lieferketten Perspektiven. Im Fokus stehen hauptsächlich Produzentinnen und Produzenten des globalen Südens, die nur erschwert Zugang zum Markt bekommen. Der Faire Handel beschränkt sich jedoch nicht auf den Verkauf von Fair-Trade-Produkten.

Seit seinen Anfängen gehören auch die Bildungs- und politische Kampagnenarbeit dazu. So findet zum Beispiel vom 16. bis 30. September die Faire Woche statt, während der deutschlandweit bei zahlreichen Aktionen das Thema „Faire Textilien“ im Fokus steht. Weitere Informationen gibt es unter faire-woche.de.

Im Sinne der Gleichberechtigung: Geschlechtergerechtigkeit fördern

In den Grundsätzen des Fairen Handels steht der Mensch im Mittelpunkt. Dazu gehört es, die acht Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation einzuhalten, um Zwangsarbeit und ausbeuterische Kinderarbeit abzuschaffen. Zudem fördert der Faire Handel die Gleichberechtigung von Frauen. Das ist gerade im Bereich Textilien wichtig, da etwa 80 Prozent der 40 bis 60 Millionen Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie Frauen sind.

Ihr Anspruch auf Mutterschaftsurlaub oder Kinderbetreuung wird meist ignoriert, die zusätzlich zu erledigende Hausarbeit lässt keine Zeit, um für Rechte kollektiv zu kämpfen. Organisationen wie Creative Handicrafts in Indien oder Global Mamas in Ghana leisten neben der Produktion fair gehandelter Textilprodukte zudem Sozialarbeit oder tragen zur Regionalentwicklung bei. Dabei bilden sie speziell Frauen aus und sorgen so für nachhaltige berufliche Qualifizierung und Chancen.