EuGH: Mehr Rechte für Schiffspassagiere

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat die Rechte von Schiffspassagieren gestärkt.

Im Fall einer Annullierung einer Reise mit einem Seeverkehrsdienst müsse den Fahrgästen die Wahl gegeben sein, „ob sie das Endziel durch eine anderweitige Beförderung erreichen oder auf ihre Beförderung verzichten wollen, indem sie die Erstattung des Fahrpreises beantragen“, heißt es in einer EuGH-Entscheidung (Rechtssache C-570/19).

Der Begriff des Fahrpreises schließt die Kosten für vom Fahrgast gewählte zusätzliche Sonderleistungen wie die Buchung einer Kabine oder eines Hundezwingers oder den Zugang zu Premium-Lounges ein, heißt es in dem Richterspruch weiter.

Zudem soll es für Schiffspassagiere eine Entschädigung geben. Die vorgesehene Entschädigung orientiert sich an der Dauer der Verspätung bei Ankunft am im Beförderungsvertrag festgelegten Endziel und stellt einen verhältnismäßigen Ansatz dar, der auf eine Wiedergutmachung der durch Verspätungen oder Annullierungen verursachten nachteiligen Folgen gerichtet ist.

Die verspätete Lieferung eines Fahrgastschiffes, die zur Annullierung aller Überfahrten geführt hat, die mit diesem Schiff im Rahmen einer neuen Seeverbindung vorgenommen werden sollten, falle dabei nicht unter den Begriff der außergewöhnlichen Umstände, so die Richter.