12 Euro helfen laut Mindestlohn-Studie vor allem Frauen

Frauen würden von einem höheren Mindestlohn überdurchschnittlich profitieren, insbesondere wenn sie in Teilzeit arbeiten oder einen befristeten Arbeitsvertrag haben.

Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Ein Mindestlohn von 12 Euro würde auch jenseits von Branchen mit traditionell vielen Niedriglohnbeschäftigten wie dem Gastgewerbe oder dem Einzelhandel eine breite Wirkung entfalten.

Mehr Geld für ihre Arbeit könnten etwa auch Beschäftigte in Arztpraxen, Anwalts­kanzleien und den Büroetagen deutscher Unternehmen erwarten. Beschäftigte in kleineren Betrieben ohne Tarifbindung zählen ebenfalls zu den Hauptbegünstigten. Regional würde ein höherer Mindestlohn vor allem Beschäftigte im Osten und Norden der Republik erreichen.

Es gebe „eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für einen Lohn unter 12 Euro deutlich erhöhen“, so das WSI. Nach den Studienergebnissen sind dies das Geschlecht „weiblich“, eine Tätigkeit in Teilzeit, ein befristeter Arbeitsvertrag, ein Arbeitgeber ohne Tarifbindung, eine Betriebsgröße unter 100 Beschäftigen sowie Helfer- und Anlerntätigkeiten.

50 Berufe mit stärksten Wirkung

Unter den 50 Berufen, die am häufigsten von einer Mindestlohn­erhöhung auf 12 Euro profitieren würden, finden sich auf den vordersten Plätzen Berufe wie Friseur/in, Bäckereifachverkäufer/in und Florist/in (Ausbildungsdauer: jeweils 3 Jahre).

Auch in beliebten Ausbildungs­berufen wie Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Rechtsanwalts­fach­angestellte/r, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r und Kfz‑Mechatroniker/in besteht ein erhöhtes Risiko für Löhne unter 12 Euro.

Für die WSI-Studie wurden fast 200.000 Datensätze von Beschäftigten ausgewertet, die seit Anfang 2019 an einer kontinuierlichen Online-Erhebung des WSI-Portals „Lohnspiegel.de“ teilgenommen haben.